Autor Thema: Wieviel ist der wert? - Eine kleine Anleitung zur Wertermittlung eines Schreibgerätes  (Gelesen 16457 mal)

penparadise

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Liebe Forumteilnehmer,

immer wieder werden wir gefragt: Was ist der ... wert?

Diese Frage kann/sollte/darf man nicht beantworten, ohne das Schreibgerät in den Händen zu halten, denn für eine Wertermittlung ist der Zustand eminent wichtig. Hinzu kommt, dass sich ein Wert auch immer nach dem Angebot und der Nachfrage richtet und daher die zu erzielenden Preise heute hoch, morgen niedrig und morgen wieder hoch sein können.

Aber jeder kann selber herausfinden, wie der ungefähre Marktwert eines bestimmten Schreibgerätes ist:

Man gehe auf eBay, logge sich ein und gebe eine möglichst exakte Beschreibung des Schreibgerätes in die Suchmaske ein (z.B. \'Montblanc 136\'). - Dann klicke man auf - erweiterte Suche -, lasse  -Alle Kategorien - stehen, klicke  - nur beendete Angebote - ; an, scrolle etwas nach unten und klicke bei - Bevorzugte Artikelstandorte--  auf - weltweite - und dann auf - finden -.

Wenn die Hits dann zu zahlreich sein sollten, verfeinere man die Suche, indem man entweder die Beschreibung detailierter formuliert oder aber die Kategorien auf Sammeln & Seltenes und/oder auf Uhren & Schmuck (nacheinander) eingrenzt.

Jetzt kann jeder sehen, welche Preise für das gesuchte Schreibgerät erzielt wurden - oder wo eine Preisvorstellung wohl zu hoch angesetzt war und kein Verkauf stattgefunden hat.

Wenn man jetzt auch noch die entsprechenden Beschreibungen und Bilder mit seinem Stück vergleicht, kann jeder für sich den Wert seines Stückes in etwa feststellen.

Und noch etwas bezüglich der Werte. Hier kommt es für den Sammler doch nur darauf an, was welches Stück einem selbst wert ist. Bei einem angedachten Verkauf ist ein Wert auch nicht relevant, weil es dazu mindestens einen, besser mehrere Interessenten geben muss, die wiederum auch unterschiedliche Vorstellungen von dem für sie relevanten Wert haben.

Wie bei allen Dingen, die nicht mehr in Geschäften zu haben sind oder für die ein Hersteller eine unverbindliche Preisempfehlung ausgesprochen hat, richtet sich bei Sammlerstücken ein Preis immer nach Angebot und Nachfrage. Dieser kann heute ganz anders als gestern und wiederum ganz anders als morgen sein. Für einen Sammler ist daher ein Preis nicht wichtig (oder besser, sollte es nicht sein). Für einen Sammler zählen doch andere Dinge, wie z.B. Erhaltungszustand, Vollständigkeit und Zustand der Verpackung, Komplexität einer Sammlung oder eines Sammelgebietes, eigener Geschmack(!!!), und die daraus abzuleitende Begehrlichkeit. Diese wird natürlich wiederum reguliert vom Geldbeutel, keine Frage, aber der ist auch wieder bei jedem Sammler unterschiedlich bestückt. Letztendlich entscheidet jeder, was er bereit ist wofür zu bezahlen - ob es das \"wert\" ist oder nicht. Und ein Verkäufer entscheidet auch selbst, für was er etwas hergeben will.

Ich hoffe, dies ist eine kleine Hilfe.

Besten Gruß,
Axel



Post geändert von: penparadise, am: 18/01/2007 16:29
Montblanc-Sammler seit 1968.
Spezialgebiete:
Alles von 1906 - 1939,
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bitte keine PMs schicken

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Eine kleine Ergänzung:

Häufig bekomme ich Emails wie ... diese hier:

Zitat
Ich bin im Besitz eines [ xxx ] Füllhalters.

Ich möchte diesen nun gern verkaufen und bin auf der Suche nach einer
geeigneten Möglichkeit via Internet. Kann ich auf Ihrer Börse den Füllhalter
inserieren? Gibt es noch andere interessante Börsen(bitte kein Ebay), wo sich
viele Gleichgesinnte finden, die an einem solchen raren Stück Interesse haben könnten?

Meine Standardantwort auf solche Fragen lautet immer:

Sie können Schreibgeräte bei Sammlerbörsen (Köln und Hamburg) oder in Foren anbieten. Die nächste Börse ist im November in Hamburg ... allerdings entstehen für alle Verkäufer Kosten für einen Tisch. Bei den Foren gibt es eben meine Website oder penexchange.de

Sie können hier Ihr Angebot einstellen ... oder nachdem Sie eine Mindestanzahl an Beiträgen erreicht haben, auch bei penexchange.de oder fountainpennetwork.com

Allerdings muss Íhnen dabei bewusst sein, dass der erzielbare Preis bei all diesen Optionen -- DEUTLICH -- niedriger als bei Ebay sein wird. Sammler verfügen über ein hohes Preiswissen und kaufen oft nur bei Schnäppchen. Kein Sammler würde je mehr als den Marktpreis zahlen ... und dieser ergibt sich nun einmal durch Ebay. Zudem ist die Anzahl der Sammler bei solchen Foren kleiner als bei Ebay.

Ebay ist dann sinnvoll, wenn Sie einen möglichst hohen Preis erzielen möchten. Zum einen erreichen Sie über Ebay eine internationale Zielgruppe (alle Sammler kaufen bei Ebay), d.h. die hohe Zahl der Nachfrager treibt den Preis ... und zum anderen erreichen Sie über Ebay auch die "nicht Sammler", die weniger preissensibel sind.
Letztlich verkaufen die meisten Sammler bei Ebay...

... wenn Sie nicht selbt verkaufen möchten, dann können Sie auch ein einen professionellen Händler verkaufen. Der erzielbare Preis ist dann noch mal niedriger (der Händler will ja auch etweas verdienen). Diese Option lohnt sich, wenn Sie einfach keine Zeit und Lust haben, selbst zu verkaufen. Händler verlangen etwa 25-30% vom erzielbaren Preis.

Viele Grüße
Michael


...  manche Schreibgerätebesitzer haben die Hoffnung, dass es irgendwo Menschen gibt, die gern viel Geld ausgeben wollen ... dem ist leider nicht so. Keiner gibt gern zu viel Geld aus ... dies trifft insbesondere auf Sammler zu... diese kennen ja den Markt und damit auch die Preise ...
 
« Letzte Änderung: 17. Juni 2015, 11:17:11 von admin »